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Schon wieder literarische Lebensbewältigung? Immer noch Identifikationsbelletristik? Mitnichten. Der Titel dieses Buches verspricht köstliche Lektüre im Doppelsinn: Jemand lobt und tadelt zugleich, erzählt von verlorener Kindheit und gewonnener Einsicht – in einem Atemzug. Es ist der österreichische Erzähler Alois Brandstetter, der auf spielerisch ambivalente Weise das Schwere durch das Leichte aufhebt, das inhaltlich Fade mit dem Wortwitz salzt.

So schließt er, zum Beispiel, der einfachen Mitteilung, ein Welser Bauer habe dem Magistrat der Stadt eine Wiese als Skipiste verpachtet, lustvoll und lapidar die Schlußfolgerung an: “So befindet sich dort, wo früher meine Mutter in ihrer Kindheit und Jugend das Vieh und die Schafe gehütet hat, heute eine Idiotenwiese. Das ist der gegenwärtige Stand.”

Das Ende einer Geschichte ist also zugleich die Introduktion einer ganzen Philosophie, die, auf den ersten Blick, so tut, als sei früher alles besser gewesen als heute. Doch was einfältig anmutet, ist durch Vielfalt gebrochen, was einfach scheint, entpuppt sich als bodenloser Doppelsinn.

“Bluomen unde klee” heißt die erwähnte Wiesengeschichte; Brandstetter, der Altphilologe, spielt mit Bild und Bildung, zitiert Minnesang und Heldenepos, treibt Wortspiele mit dem lateinischen “tractore”, zieht den “Meier Helmbrecht” aus dem 13. Jahrhundert als roten Faden durch seine Inntalgeschichten der fünfziger und sechziger Jahre, und mit den Rittern der Tafelrunde führt er geradezu den “geilen Mummenschanz” des Frühmittelalters auf und meint, das brächte heutzutage sicherlich die Phantasie der Psychoanalytiker in Bewegung. (Quelle: Die Zeit 11/OKtober 1985)

Geboren am 5. Dezember 1938 in Pichl / Oberösterreich.
Studium der Germanistik und Geschichte an der Universität Wien.
Lehrte ab 1974 als Professor für Deutsche Philologie an der Universität Klagenfurt.
Vielfach ausgezeichneter Prosa- und Romanautor.
Lebt in Klagenfurt / Kärnten.

Preise, Auszeichnungen (Auswahl):

1973 Förderungspreis des Landes Oberösterreich für Literatur
1975 Förderungspreis des Landes Kärnten für Literatur
1980 Kulturpreis des Landes Oberösterreich für Literatur
1983 Rauriser Bürgerpreis für Literatur
1991 Kulturpreis des Landes Kärnten für Literatur
1994 Heinrich-Gleißner-Preis der ÖVP Oberösterreich
2005 Adalbert-Stifter-Preis
2005 Großer Kulturpreis des Landes Oberösterreich (Adalbert-Stifter-Preis)
2008 Goldenes Ehrenzeichen des Landes Oberösterreich
2009 Großes Goldenes Ehrenzeichen des Landes Kärnten
2012 Mostdipf-Preis der Oberösterreichischen Nachrichten
2018 Franz-Theodor-Csokor-Preis des Österreichischen PEN Clubs
2018 Großes Silbernes Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich
2018 Goldene Medaille der Landeshauptstadt Klagenfurt
2019 Verdienstkreuz des Landes Oberösterreich für Kunst und Kultur

Quelle: www.literaturhaus.at

Lizenzausgabe Donauland

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