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Den sagenhaften, den angeblich gst ausgestorbenen Typ des Vindobonensis, des Urwieners, scheint auf das lebendigste und iebenswürdigste zu personifizieren, der wie so viele urechte Wiener aus Graz stammt: Robert Stolz. Dieser regierende Statthalter des wienerischen Wohlklangs ist nicht nur schon zu Lebzeiten in den Rang eines Klassikers der heiteren Muse erhoben worden. Robert Stolz hat längst auch die legitime Thronfolge derer angetreten, die das himme^blaue Imperium der Wiener Operette begründet und es zu weltweitem Glanz und Ruhm geführt haben, der Strauß, Kaiman und Lehar. In diesem Imperium ist dank des phänomenalen Stolzschen Einfallsreichtums noch immer die Sonne nicht untergegangen. Unter den Melodikern der heiteren Muse ist Robert Stolz schier ein Millionär des Eindls, der selbst die stupiden Textspalten des Telefonbuches von Wiener Neustadt mit Verve und Witz v^ertonen und aus dem Wortlaut einer staubtrockenen ministeriellen Anordnung einen zündenden Schlager zimmern würde, wann immer, bitt’ schön, es verlangt und gewünscht würde. . (vom Umschlag)

Zu Robert Stolz:

Wuchs in Graz und Wien auf, studierte am Wiener Konservatorium (Abschluss 1896), wurde Kapellmeister in Graz, 1898 in Marburg (Maribor) beziehungsweise 1902 am Salzburger Stadttheater. Er war in erster Ehe ab 1904 mit Grete Holm, einer Operettensoubrette, verheiratet. Seine zweite Ehefrau war Lili Karner, seine dritte Gattin (1946) Yvonne Luise (“Einzi”) Ulrich.

Nach seiner Übersiedlung nach Wien wurde Stolz 1905 Kapellmeister am Theater an der Wien, wo er sich zum “Stardirigenten” der Silbernen Operettenära entwickelte. 1913 komponierte er seine erste Filmmusik (“Der Millionenonkel” mit Hubert Marischka), 1916 erfolgte in Berlin die Uraufführung der Operette “Der Favorit”, 1919 komponierte er Tanzmusik (beispielsweise Salome; Hallo, du süße Klingelfee) und gründete mit Otto Hein den Boheme-Verlag. Die Uraufführung von “Der Tanz ins Glück” im Raimundtheater (1921) wurde ein großer internationaler Erfolg. Mit der nur wenige Monate spielenden “Robert-Stolz-Bühne” (1, Annagasse 3, im Annenhof) ging Stolz 1924 in Konkurs, hatte dann aber mit “Zwei Herzen im Dreiviertel-Takt” einen durchschlagenden Erfolg.

Ab 1930 lebte Stolz in Berlin, kehrte 1935 nach Wien zurück und ging 1938 freiwillig (er wurde weder politisch noch rassistisch verfolgt) in die Emigration. Er hielt sich zunächst in Paris auf, wo er seine dritte Gattin kennenlernte, und ging 1940 in die USA. Er komponierte weiterhin Filmmusik (Oscar für “Spring-Parade” und “It Happened Tomorrow”), arbeitete aber auch als Dirigent. 1946 kehrte Stolz nach Wien zurück und begann hier eine beispiellose Karriere. Der Uraufführung der Operette “Schicksal mit Musik” (Libretto Karl Farkas) folgte 1947 die Uraufführung der Operette “Drei von der Donau” und 1951 die Verfilmung von “Der Tanz ins Glück”.

Ab 1952 war Stolz musikalischer Leiter und Komponist der Wiener Eisrevue, 1955 komponierte er die Filmmusik zu “Die Deutschmeister” (mit Romy Schneider), 1959 eine Neufassung der “Salome” (die als “Romeo” ein Welterfolg wurde), 1962 (Uraufführung Bregenzer Festspiele) die Operette “Trauminsel” und 1964 (Uraufführung Volksoper) die Operette “Frühjahrsparade”.

In seinem Geburtshaus in Graz wurde 1991 ein Robert-Stolz-Museum eingerichtet. (Quelle: Geschichtewiki der Stadt Wien)

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