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Der Wahlerfolg der Freiheitlichen Partei Österreichs im Oktober 1999 brachte Unruhe in die Alpenrepublik, zählt nun doch eine nach rechts ausgerichtete Partei zu den großen Fraktionen im Nationalrat. Dieser Rechtsruck ist vor allem mit einer Person verbunden: Dem FPÖ-Parteichef Jörg Haider. Dessen Leben und Karriere zu betrachten hat sich Christa Zöchling zum Ziel gesetzt.
Die österreichische Journalistin sieht Haider als “Abbild gesellschaftlicher Sehnsüchte und Erwartungen”, die dieser mit seiner überaus populistischen Ader erfüllt: Er attackiert an Punkten, an denen viele Österreicher Attacken sehen wollen, und beschwichtigt da, wo er wiederum zu viele andere erschreckt. All dies ist Teil seines rücksichtslosen politischen Machtstrebens, das vor allem in seinem Drang begründet liegt, immer ganz oben stehen zu wollen. So hat Haider seinen Weg zur Spitze der FPÖ denn auch äußerst bewußt vorangetrieben und danach die Partei zu einer bedeutenden Größe in Österreichs Politiklandschaft gemacht. Haiders Persönlichkeit verbindet sich dabei mit fragwürdigen und recht wankelmütigen politischen Ansichten. Seine Rechtsaußen-Kommentare zu Ausländern oder zum Nationalsozialismus beweisen wenig historische Kenntnis und noch weniger Fingerspitzengefühl, was seinem Erfolg aber traurigerweise keinen Abbruch tat.

Haiders unkritische Haltung gegenüber der Nazi-Zeit erklärt die Autorin durch populistische Tendenzen und aus der Familienhistorie heraus, macht aber auch die Unsinnigkeit dieser Einstellung deutlich. Für Zöchling ist Haider “von keiner Einsicht getrübt, zynisch überformt und jederzeit zu neuer Provokation bereit”. Bei ihrer Betrachtung ist die Autorin sichtlich um Ausgewogenheit bemüht. Angesichts einer Person wie Haider hätte sie aber durchaus härter formulieren können. Inhaltlich jedoch ist das Buch gut recherchiert und klärt über einen Politiker auf, der volksnah — bis hin zur Anbiederung — ist. –Joachim Hohwieler (Quelle Amazon)

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